Zucchiniblüten

Wer etwas über einen Menschen erfahren möchte, kann in den Kleiderschrank schauen oder unter das Bett. Ich sehe in den Kühlschrank. Zucchiniblüten finde ich dort fast nie. Auf dem Markt auch nicht. Dabei sind diese hübschen Dinger beglückend delikat und sehr leicht selbst zu ziehen. Ich habe drei Pflanzen auf meiner Fensterbank. Mit etwas Pflege bekomme ich jeden Tag ein oder zwei Blüten, manchmal auch mehr. Dieser kleine Kürbis ist sozusagen die Henne unter den Pflanzen.

Der Starkzehrer braucht viel Dünger. Die älteren und sehr großen Blätter schneide ich regelmäßig ab. Es geht dann mehr Energie in die Blütenbildung. Die großen Blattlappen verschatten die Knospen. Es bilden sich dann weniger Blüten. Häufig werden auch junge Früchte abgestoßen. Das ist gut daran zu erkennen, dass sie von der Spitze her vertrocknen. Ich lasse die Früchte nie ausreifen. Bei den weiblichen Blüten freue ich mich aber über ein Früchtchen, das nicht größer ist als mein kleiner Finger.

Die Blüten lassen sich recht gut einfrieren. Ich schneide sie ab, wenn sie morgens voll geöffnet sind. Sie halten beim Einfrieren gut ihre Form und können so frittiert werden. Ich fülle die Blüten fast nie, weil mich die Füllung zu sehr vom feinen Aroma ablenkt. Deshalb würze ich in der Regel auch nur mit Salz und Olivenöl. Frittierte Blüten mögen ein paar Tropfen Zitronensaft.

Die Blüten können ganz einfach kurz in der Pfanne in Öl angebraten werden. Sie puffen dann schön auf, fallen aber leider auf dem Teller sofort zusammen. Etwas Maldon-Salz dazu, das reicht zum Glück. Ich frittiere die Blüten auch gerne mit einem sehr dünnen Tempurateig. Es braucht dafür etwas Übung. Der Teig sollte gerade so in einer sehr dünnen Schicht die Blüte bedecken. Das schöne Orange sollte noch durchscheinen.

Ich binde die Blüten manchmal mit einem Faden aus Schnittlauch zu. Dann fließt nicht so viel Teig nach innen. Bei gerade geernteten und sehr festen Blüten ist das nicht nötig. Gefüllte Blüten sollten immer zugebunden werden. Gefrorene Blüten frittiere ich am liebsten. Sie dürfen vorher nicht auftauen. Man muss also flott arbeiten. Am besten kühlt man den Teig stark ab und gibt die Blüten direkt aus dem Tiefkühler in den Teig und in die Fritteuse. Das Öl sollte sehr sauber und neutral sein.